„Die läuft doch noch." Wenn ich im Erstgespräch nach der bestehenden Website frage, ist das die häufigste Antwort — meist begleitet von einem leicht schuldbewussten Lächeln. Die Website ist von 2017, der Neffe hat sie damals gebaut, und irgendwie tut sie ja ihren Dienst.
Das Problem: Eine veraltete Website kostet kein Geld auf der Rechnung — sie kostet es unsichtbar. Jeden Monat, in Form von Anfragen, die woanders landen. Diese unsichtbaren Kosten möchte ich heute sichtbar machen: mit einer ehrlichen Rechnung, einem Selbsttest und einer klaren Entscheidungshilfe, wann sich Modernisieren lohnt und wann ein Neustart günstiger ist.
Auf einen Blick: Die unsichtbare Monatsrechnung
- Verlorene Anfragen: Schon ein einziger Auftrag pro Monat, der zum Wettbewerber geht, kostet je nach Branche 500 bis 5.000 € — Monat für Monat.
- Google-Sichtbarkeit: Langsame, mobil schwache Seiten verlieren seit Jahren systematisch Rankings — und seit den KI-Übersichten auch noch die verbliebenen Klicks.
- Sicherheit: Veraltete CMS-Installationen sind das Einfallstor Nummer eins. Ein gehackter Auftritt kostet im Schnitt vierstellig — plus Reputationsschaden.
- Recht: DSGVO-Altlasten und seit Juni 2025 das BFSG: Alte Websites sammeln Abmahnrisiken.
- Die Vergleichsgröße: Eine moderne Website kostet einmalig ab 1.500 € — oft weniger als drei Monate unsichtbarer Verluste.
Kostenstelle 1: Die Anfragen, die Sie nie sehen
Das Tückische an verlorenen Anfragen: Es gibt keine Benachrichtigung. Niemand schreibt Ihnen „Ihre Website wirkte unseriös, ich habe beim Wettbewerber gekauft". Der Besucher kommt, urteilt in Sekunden — und geht.
Rechnen wir konservativ: Ihre Website hat 300 Besucher im Monat. Eine zeitgemäße Website wandelt davon realistisch 2 bis 4 Prozent in Kontakte um — sechs bis zwölf Anfragen. Eine veraltete schafft oft nicht einmal ein halbes Prozent: ein bis zwei. Die Differenz sind fünf bis zehn Anfragen monatlich. Selbst wenn nur jede dritte zum Auftrag wird und Ihr Durchschnittsauftrag bei 1.000 € liegt, sprechen wir über 1.500 bis 3.000 € — jeden Monat. Warum Besucher nicht konvertieren, habe ich im Detail im Beitrag Website hat Besucher, aber keine Anfragen aufgeschlüsselt.
Und der erste Eindruck ist gnadenlos konkret: Ein Design aus 2017, winzige Schrift auf dem Smartphone, ein Copyright-Vermerk „© 2019" im Footer — all das beantwortet die unausgesprochene Kundenfrage „Arbeiten die noch ordentlich?" mit einem Zögern. Und Zögern kauft nicht.
Kostenstelle 2: Google sieht Ihre Website wie Ihre Kunden
Google bewertet seit Jahren genau die Dinge, an denen alte Websites kranken: Ladezeit, mobile Nutzbarkeit, Inhaltsqualität, technische Sauberkeit. Die Folge ist ein schleichender Abstieg — Position 8 wird Position 15 wird Position 28. Kein Drama an einem Tag, aber ein stetiges Ausbluten.
Seit 2025 kommt eine zweite Ebene dazu: KI-Suchen. ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Übersichten beantworten Kundenfragen direkt — und empfehlen dabei Unternehmen, deren Websites sie strukturiert auslesen können. Eine Website von 2017 hat kein Schema-Markup, keine llms.txt, keine KI-lesbare Struktur. Sie ist für diese neue Empfehlungsschicht schlicht nicht existent. Wie Sie das prüfen, zeigt mein kostenloser GEO-Check — das Ergebnis bei alten Websites ist meist ernüchternd und sehr aufschlussreich.
Kostenstelle 3: Sicherheit — die teuerste Überraschung
Veraltete WordPress-Versionen, verlassene Plugins, PHP-Versionen ohne Support: Alte Websites sind offene Türen. Automatisierte Angriffe scannen das Netz permanent nach genau diesen Lücken — es trifft nicht „die Großen", es trifft die Ungepatchten.
Die Folgekosten eines gehackten Auftritts: Bereinigung durch einen Profi (500 bis 2.000 €), mögliche Google-Warnung „Diese Website wurde möglicherweise gehackt" mit wochenlangem Sichtbarkeitsverlust, im schlimmsten Fall Spam-Versand über Ihre Domain und ein ruinierter E-Mail-Ruf. Welche Schutzmaßnahmen Pflicht sind, habe ich im Beitrag Website-Sicherheit für kleine Unternehmen zusammengestellt — bei Websites ohne Wartung seit Jahren gilt: Es ist keine Frage ob, sondern wann.
Kostenstelle 4: Recht — DSGVO-Altlasten und das BFSG
Alte Websites tragen alte Rechtsstände: Google Fonts vom US-Server, Cookie-Banner von 2019, Kontaktformulare ohne Verschlüsselung, veraltete Datenschutzerklärungen. Jeder Punkt ein Abmahnrisiko.
Dazu kommt seit dem 28. Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz: Für viele Websites — insbesondere Shops und Anbieter elektronischer Dienstleistungen — gelten verbindliche Barrierefreiheits-Anforderungen, und die ersten Abmahnwellen rollen bereits, wie ich im Beitrag zu den BFSG-Abmahnwellen dokumentiert habe. Websites aus der Zeit vor 2020 erfüllen die Kriterien praktisch nie. Einen schnellen Status liefert der kostenlose BFSG-Check.
Der Selbsttest: Ist Ihre Website ein Kostenfaktor?
Zehn Fragen, ehrlich beantwortet. Jedes Ja ist ein Punkt:
- Ist die Website älter als fünf Jahre ohne grundlegende Überarbeitung?
- Müssen Sie auf dem Smartphone zoomen oder seitlich scrollen?
- Dauert das Laden gefühlt länger als zwei, drei Sekunden?
- Steht im Footer ein Copyright-Jahr von vorgestern?
- Sind Leistungen, Preise oder Teamfotos nicht mehr aktuell?
- Kommen weniger Anfragen über die Website als vor zwei Jahren?
- Wissen Sie nicht, wann zuletzt Updates eingespielt wurden?
- Fehlen Google-Bewertungen oder aktuelle Referenzen auf der Seite?
- Gibt es keine Möglichkeit, unkompliziert mobil anzurufen oder anzufragen?
- Zeigt der Website-Check oder GEO-Check einen Score unter 50?
0–2 Punkte: Solide Basis — punktuelle Pflege genügt. 3–5 Punkte: Die unsichtbaren Kosten laufen bereits; eine gezielte Modernisierung lohnt sich. 6+ Punkte: Ihre Website kostet Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr, als ein Neubau kosten würde.
Modernisieren oder neu bauen? Die Entscheidungshilfe
Nicht jede alte Website braucht den Abriss. Meine Faustregeln aus der Praxis:
- Modernisieren lohnt sich, wenn das Fundament stimmt: solide Technik, brauchbare Inhalte, nur Design und Details veraltet. Typischer Aufwand: 800 bis 2.500 € — Geschwindigkeit, Mobile-Feinschliff, Rechtsstand, Sichtbarkeits-Basics.
- Neu bauen ist günstiger, wenn die Basis marode ist: uralte Technik, Baukasten-Gefängnis, Design von Grund auf unzeitgemäß. Wer hier modernisiert, renoviert ein Abbruchhaus. Ein sauberer Neubau startet bei 1.500 € — und bringt SEO, GEO und BFSG-Basics gleich mit. Den Ablauf erkläre ich auf der Seite Webseite erstellen lassen.
- Der strukturierte Mittelweg ist der Relaunch: neue Website auf Basis der alten Inhalte, mit sauberem SEO-Umzug, damit bestehende Rankings nicht verloren gehen. Worauf es dabei ankommt, steht in meiner Relaunch-Checkliste und auf der Relaunch-Seite.
Die Gegenrechnung: Was kostet die Lösung?
Zurück zur Mathematik vom Anfang: Wenn Ihre veraltete Website konservativ gerechnet 1.500 € im Monat an entgangenen Aufträgen kostet, amortisiert sich eine neue Website für 3.000 bis 4.500 € in zwei bis drei Monaten. Danach arbeitet sie für Sie — Jahr für Jahr. Es gibt im Marketing wenige Investitionen mit dieser Rechnung. Für Ihre konkreten Zahlen: Der Kostenrechner liefert in zwei Minuten einen Projektrahmen, die Kosten-Übersicht echte Beispielrechnungen.
Relaunch oder Facelift? Die ehrliche Entscheidungshilfe
Nicht jede in die Jahre gekommene Website braucht den kompletten Neubau. Die Entscheidung hängt am Fundament: Ein Facelift reicht, wenn die Technik tragfähig ist — aktuelles CMS oder sauberer Code, mobilfähiges Grundgerüst, akzeptable Ladezeiten — und nur Design, Inhalte und Konversionselemente veraltet sind. Das kostet typischerweise 800 bis 2.500 Euro und ist in zwei bis drei Wochen erledigt. Ein Relaunch ist fällig, wenn das Fundament bröckelt: PHP-Versionen ohne Sicherheitsupdates, kein responsives Layout, ein CMS, das seit Jahren keine Updates bekommt, oder Ladezeiten jenseits der vier Sekunden, die sich ohne Neubau nicht beheben lassen. Dann ist jeder ins Facelift investierte Euro verloren. Im Erstgespräch sage ich Ihnen nach einem Blick auf die Technik klar, welcher Fall vorliegt — auch wenn die Antwort das kleinere Projekt für mich bedeutet. Wie ein Relaunch ohne Ranking-Verlust abläuft, habe ich im Beitrag Website-Relaunch-Checkliste Schritt für Schritt dokumentiert.
Was eine veraltete Website Ihre Sichtbarkeit kostet
Die unsichtbarste Position auf der Rechnung ist die Sichtbarkeit, die Sie schleichend verlieren. Google bewertet seit Jahren Ladezeit, Mobilfreundlichkeit und Nutzersignale — eine technisch veraltete Seite rutscht nicht abrupt ab, sie wird von jedem nachrückenden Wettbewerber einzeln überholt. Noch deutlicher wird es bei der neuen Suchgeneration: KI-Assistenten wie ChatGPT und Perplexity zitieren bevorzugt Seiten mit sauberer Struktur, strukturierten Daten und klaren Antworten. Eine Website von 2018 ist für diese Systeme praktisch unlesbar — sie existiert in KI-Antworten schlicht nicht. Ob Ihre Seite dort gefunden wird, zeigt Ihnen mein kostenloser GEO-Check in einer Minute. Der Sichtbarkeitsverlust ist deshalb doppelt tückisch: Er taucht in keiner Buchhaltung auf, aber er bedeutet, dass die Anfragen, die Sie nicht bekommen, bei jemand anderem ankommen.
Die Psychologie dahinter: Warum wir veraltete Websites so lange ertragen
Wenn die Rechnung so eindeutig ist — warum laufen dann hunderttausende veraltete Websites weiter? Weil drei Denkmuster zusammenkommen. Die Kosten sind unsichtbar: Die Rechnung fürs Hosting kommt jeden Monat, die Rechnung für entgangene Anfragen kommt nie — niemand schickt Ihnen eine Mail „Wir hätten Sie beauftragt, aber Ihre Website wirkte verlassen". Der Gewöhnungseffekt: Wer seine eigene Website seit Jahren sieht, sieht sie nicht mehr — die Schwächen fallen nur Neubesuchern auf, also genau den Menschen, die Sie gewinnen wollen. Und die Aufschiebe-Logik: „Machen wir, wenn es ruhiger wird" — nur wird es nie ruhiger, und jeder Monat Aufschub kostet den oben errechneten Betrag. Der Ausweg ist unspektakulär: das Thema wie jede andere Geschäftsentscheidung behandeln. Zahlen anschauen, Angebot einholen, entscheiden — statt es im Dauerzustand „müsste man mal" zu parken, der am Ende der teuerste aller Zustände ist.
Häufige Fragen zur veralteten Website
Ab welchem Alter ist eine Website „veraltet"?
Es gibt keine feste Zahl — entscheidend ist der Zustand, nicht das Datum. Faustregel: Nach fünf bis sieben Jahren ist meist mindestens ein Facelift fällig; eine Website, die vor 2019 gebaut und seitdem nicht modernisiert wurde, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit technische und rechtliche Baustellen.
Meine Website bringt eh keine Kunden — warum Geld investieren?
Genau andersherum: Dass sie keine Kunden bringt, ist das Symptom, nicht der Normalzustand. Eine Website, die monatlich auch nur eine zusätzliche Anfrage konvertiert, refinanziert ihren Neubau bei den meisten Dienstleistern innerhalb eines Jahres — die Rechnung dazu steht oben im Beitrag.
Kann ich die alte Website während des Neubaus weiterlaufen lassen?
Ja, das ist der Standardweg: Die neue Website entsteht parallel in einer Entwicklungsumgebung, die alte bleibt bis zur Minute des Umzugs online. Ausfallzeit beim Wechsel: praktisch null.
Was ist mit meinen Google-Rankings beim Neubau?
Bei sauberer Umsetzung — Weiterleitungen aller alten URLs, übernommene Seitenstruktur, technisches SEO von Tag eins — bleiben Rankings erhalten und verbessern sich mittelfristig durch die bessere Technik. Gefährlich ist nur der unsaubere Umzug ohne Redirect-Konzept; genau dafür gibt es die Relaunch-Checkliste.
Lohnt sich eine Wartung, damit es nicht wieder so weit kommt?
Das ist der eigentliche Punkt: Veraltung ist kein Schicksal, sondern aufgeschobene Pflege. Mit laufender Wartung ab 50 Euro monatlich bleibt die Technik aktuell, sicher und schnell — und der nächste teure Komplett-Neubau wird schlicht nie nötig.
Ihre nächsten Schritte
- Machen Sie den 10-Punkte-Selbsttest — ehrlich.
- Holen Sie sich die objektiven Zahlen: Website-Check, GEO-Check und BFSG-Check — alle kostenlos, alle in unter zwei Minuten.
- Rechnen Sie Ihre eigene Monatsrechnung: Besucher × realistische Anfragequote × Auftragswert.
- Lassen Sie sich eine ehrliche Einschätzung geben: Im kostenlosen Erstgespräch sage ich Ihnen klar, ob Modernisieren reicht oder ein Neubau die günstigere Wahl ist — inklusive Festpreis-Angebot, wenn Sie es wollen.
„Die läuft doch noch" stimmt fast immer. Die ehrlichere Frage ist: Läuft sie für Sie — oder läuft sie nur?