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Gründen 2026: Die ersten Schritte zur eigenen Website — Checkliste, Kosten, Tools

9. August 2026 Dominik Baurhenn 8 min Min. Lesezeit
Gründen 2026: Die ersten Schritte zur eigenen Website — Checkliste, Kosten, Tools

Wer 2026 gründet, kommt um eine eigene Website nicht herum. Selbst wenn das Geschäft zunächst über Empfehlungen oder lokale Akquise läuft — irgendwo müssen Kunden seriöse Information finden, das Impressum prüfen, das Angebot verstehen. Aber: Welche Website braucht man am Anfang wirklich? Was darf sie kosten? Welche Pflicht-Elemente gehen nicht ohne?

Hier ist die komplette Anleitung für Gründer und Existenzgründer 2026 — pragmatisch, ohne Marketing-Hype, mit konkreten Kostenrahmen.

Die Reihenfolge: was zuerst

Gründer machen oft den Fehler, mit der Website-Gestaltung zu beginnen, bevor die geschäftlichen Grundlagen klar sind. Korrekt ist:

1. Geschäftsmodell klarmachen. Was bietest du an, an wen, zu welchem Preis. Ohne Klarheit hier wird die Website schwammig.

2. Anmeldung beim Gewerbeamt oder Finanzamt. Freiberufler melden sich beim Finanzamt, Gewerbetreibende zusätzlich beim Gewerbeamt. Steuernummer gibt's danach.

3. Steuerliche Entscheidungen. Kleinunternehmerregelung oder Regelbesteuerung? Mehr im Beitrag über die Kleinunternehmerregelung.

4. Geschäftskonto eröffnen. Privatkonto für Geschäft ist eine schlechte Idee — auch wenn es technisch erlaubt ist. Saubere Trennung von Anfang an.

5. Domain und Mailadresse sichern. Vor allem anderen — die richtige Domain ist Goldwert.

6. Website konzipieren und umsetzen. Erst jetzt. Mit klarem Geschäftsmodell und vorhandenen Pflicht-Daten geht das deutlich strukturierter.

Domain wählen: nicht zu kreativ

Die wichtigsten Regeln für Gründer-Domains:

Möglichst klar und merkbar. Vorname-Nachname.de oder Firmenname.de schlägt jede kreative Wortneuschöpfung. Wer einen schwer schreibbaren Namen hat, legt zusätzlich eine einfachere Variante an.

.de vor .com vor .eu. Für deutsche Selbstständige ist .de Standard. .com ist OK, wenn .de besetzt — kann aber Verwirrung stiften (Kunden tippen automatisch .de).

Bindestriche eher meiden. Schwer im Telefonat zu vermitteln, leicht falsch erinnert. Wenn der Name ohne Bindestrich nicht funktioniert, geht's halt nicht anders.

Vor der Anmeldung Markenrecherche. Beim DPMA prüfen, ob der gewünschte Name als Marke registriert ist. Sonst gibt's später Abmahnungen.

Domain-Registrierung kostet 5–15 € pro Jahr. Wer in München gründet, sollte beim Hosting auf europäische Server (DSGVO-Vorteil) achten — hier hilft ein lokaler Webdesigner aus dem Münchner Umland.

Mindest-Inhalte einer Gründer-Website

Was muss drauf, was kann zunächst weg:

Pflichtelemente:

  • Startseite — wer du bist, was du anbietest, für wen
  • Über mich / Über uns — Persönlichkeit, Qualifikation, Werdegang
  • Leistungen / Angebot — was machst du konkret, ggf. mit Preis-Bereich
  • Kontakt — Kontaktformular, Telefonnummer, Adresse
  • Impressum — rechtlich Pflicht, Format genau einhalten
  • Datenschutzerklärung — DSGVO-Pflicht, ohne keine Aktivierung erlaubt

Was später kommen kann: Blog, Portfolio, Newsletter-Anmeldung, Online-Shop, Buchungssystem. Erst wenn die Basis steht, ergänzen.

Impressum: die häufigste Fehlerquelle

Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum ist der Klassiker bei Abmahnungen. Pflicht-Bestandteile:

  • Vollständiger Name (bei Personengesellschaften alle Gesellschafter)
  • Ladungsfähige Anschrift (kein Postfach)
  • Kontaktmöglichkeit (E-Mail UND Telefon)
  • Bei Freiberuflern: Kammer und Berufsbezeichnung
  • Bei Gewerbetreibenden: Aufsichtsbehörde, ggf. Handelsregister
  • Steuernummer oder USt-IdNr.
  • Bei Versicherungspflicht: Berufshaftpflicht-Versicherer

Der Impressum-Generator deckt alle gängigen Konstellationen ab — Freiberufler, Gewerbe, GbR, GmbH. In 5 Minuten generiert, korrekt formatiert.

Datenschutzerklärung 2026

Eine Datenschutzerklärung ist 2026 noch komplexer als bei der DSGVO-Einführung 2018. Pflichtbestandteile umfassen heute auch: Cookie-Banner-Konfiguration mit Hinweis auf Drittdienste, Hinweise zu KI-Tools (wenn ChatGPT, Claude o.ä. verwendet werden), USA-Drittlandtransfer-Klauseln bei US-Anbietern.

Generatoren wie eRecht24, Datenschutz-Generator.de oder Trusted-Shops liefern eine solide Grundlage. Wichtig: An die konkret genutzten Tools anpassen — Standard-Texte ohne Anpassung sind ein klassischer Abmahn-Grund.

Cookie-Banner: nicht das, was die meisten machen

Über 70 % der Cookie-Banner sind 2026 falsch konfiguriert. Häufige Fehler: vorausgewählte Häkchen für Analytics-Cookies, kein gleichwertiger Ablehnen-Button, Tracking läuft schon vor der Einwilligung.

Was korrekt ist: Standard-Auswahl ist „nur notwendige Cookies". Der „Alle akzeptieren"-Button und der „Ablehnen"-Button sind gleichwertig groß und auffällig. Tracking startet erst nach aktivem Klick. Mit dem Cookie-Banner-Generator ist das schnell sauber eingerichtet.

Realistische Kosten 2026

Was eine Gründer-Website wirklich kostet:

Variante 1: DIY mit Baukasten (Wix, Squarespace, Jimdo). 10–30 € pro Monat all-inclusive. Vorteil: niedrige Hürde, schnelles Online. Nachteil: Begrenzte Anpassbarkeit, später schwer migrierbar.

Variante 2: WordPress mit Standard-Theme, selbst gemacht. 50–100 € einmalig (Domain, Hosting, Theme), dann ~15 € pro Monat laufend. Vorteil: viel Flexibilität. Nachteil: Lernkurve, Sicherheit selbst verantworten.

Variante 3: Professionelle Website vom Webdesigner. 1.500–3.500 € einmalig für Solo-Gründer. Vorteil: alles korrekt, individuell, SEO-tauglich. Nachteil: höhere Anfangsinvestition.

Wann lohnt sich was: Wer testen will, ob das Geschäft funktioniert, fängt mit Variante 1 an. Wer langfristig plant und die ersten Aufträge vor Ort generiert, fährt mit Variante 3 besser. Mit dem Website-Kostenrechner bekommst du eine erste Orientierung; mit dem ROI-Rechner rechnest du durch, ab wann sich die Investition rechnet.

Werbung machen: erst Basis, dann Marketing

Häufiger Fehler bei Gründern: Sie investieren in Google-Ads oder Facebook-Ads, bevor die Website wirklich konvertiert. Ergebnis: viel Geld verbrannt, wenig Aufträge. Korrekte Reihenfolge:

1. Website fertigstellen, intern testen.

2. Google Business Profile anlegen (kostenlos, wirkt ab Tag 1).

3. Erste 3 Wochen: Anfragen aus der Website beobachten, Friction-Punkte verbessern.

4. Erst dann ggf. Werbung starten.

Wer in München, Ismaning, Erding oder anderen bayerischen Standorten gründet, sollte die Local-SEO-Basis früh aufbauen.

Steuerliche Rechnungen früh sauber aufsetzen

Wer als Selbständiger startet, sollte vom ersten Tag an saubere Rechnungen schreiben. Pflichtangaben in jeder Rechnung sind im Beitrag über Rechnung richtig stellen ausführlich erklärt. Für die MwSt-Berechnung der einzelnen Positionen hilft der MwSt-Rechner.

Buchhaltungs-Software wie Lexoffice, sevDesk oder Easybill kostet 15–30 € pro Monat und spart später Stunden bei der Steuererklärung. Wer das Geschäftsjahr ohne Software anfängt, hat es zur Steuererklärung doppelt so schwer.

Was ich Gründern wirklich empfehle

Pragmatischer Plan: Mit einer schlanken professionellen Website starten — Pflicht-Inhalte, klares Angebot, sauber aufgesetztes Impressum und Datenschutz, mobil optimiert. Das kostet realistisch 1.500–2.500 € und liefert eine solide Basis.

Wachstum dann iterativ: Nach 6 Monaten Blog ergänzen, nach 12 Monaten ggf. Onlineshop oder Online-Buchung. Wer als Gründer mit 5.000 € Initialinvestition in eine umfangreiche Website startet, hat oft schon viel verloren, bevor das Geschäft wirklich Profil hat.

Eine kostenlose Erstberatung für Gründer biete ich gerne über das Kontaktformular an. Ich rechne ehrlich durch, was du wirklich brauchst — und was du dir für später aufheben kannst.

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