DOSIGNY Lexikon · KI & AI

EU AI Act (KI-Verordnung)

Der EU AI Act ist die EU-weite Verordnung zur Regulierung künstlicher Intelligenz, in Kraft seit 2024. Er klassifiziert KI-Systeme nach Risiko und schafft konkrete Pflichten für Anbieter und Nutzer.

Der EU AI Act (offiziell: Verordnung über Künstliche Intelligenz, kurz KI-VO) ist die erste umfassende KI-Regulierung weltweit. Im August 2024 in Kraft getreten, schafft er rechtliche Rahmen-Bedingungen für die Entwicklung, das Inverkehrbringen und die Nutzung von KI-Systemen in der EU. Wie die DSGVO im Datenschutz-Bereich setzt der AI Act Maßstäbe, an denen sich Unternehmen weltweit orientieren müssen — auch außerhalb der EU.

Risikoklassen des EU AI Act

Das Gesetz klassifiziert KI-Systeme nach ihrem Risiko: Verbotene Anwendungen: Social Scoring, manipulative Systeme, biometrische Kategorisierung nach sensiblen Merkmalen, generelles Live-Gesichtsmonitoring im öffentlichen Raum. Hochrisiko-KI: KI in Bewerbungsverfahren, Kreditscoring, Justiz, kritischer Infrastruktur, Bildung — strenge Pflichten zu Dokumentation, Transparenz, menschlicher Aufsicht. Begrenztes Risiko: Chatbots und Deepfakes — Transparenzpflicht (Nutzer müssen wissen, dass sie mit KI interagieren). Minimales Risiko: Spam-Filter, Empfehlungssysteme — keine spezifischen Pflichten.

Pflichten für Unternehmen 2026

Konkrete Anforderungen je nach Einsatz: Bei Chatbots/KI-Texten: Transparenz — Nutzer informieren, dass sie mit KI interagieren bzw. KI-generierte Inhalte konsumieren. Bei Hochrisiko-KI: Risikomanagementsystem, Daten-Governance, technische Dokumentation, menschliche Aufsicht, Robustheit und Genauigkeit, Konformitätsbewertung vor Inverkehrbringen. Bei General-Purpose-KI (wie GPT, Claude): Anbieter müssen Trainingsdaten dokumentieren, Urheberrechts-Schutz beachten, technische Dokumentation bereitstellen.

Bußgelder und Durchsetzung

Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder: bis zu 35 Millionen € oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes (bei verbotenen Praktiken), bis zu 15 Millionen € oder 3 % bei sonstigen Verstößen. Die Durchsetzung läuft über nationale Behörden — in Deutschland zuständig sind voraussichtlich BNetzA und BSI. Mehr im Lexikoneintrag KI-DSGVO zur Wechselwirkung mit Datenschutz.

Häufig gestellte Fragen

Bin ich vom EU AI Act betroffen, wenn ich nur ChatGPT für meine Firmen-E-Mails nutze?
Direkt nicht — als gewöhnlicher Nutzer hast du keine Anbieterpflichten. Aber: Wenn du eigene KI-Anwendungen für Kunden bereitstellst (z.B. Chatbot auf der Website), gelten Transparenzpflichten.
Wann gelten welche Teile des AI Act?
Gestaffelter Zeitplan: verbotene Praktiken seit Februar 2025, GPAI-Pflichten seit August 2025, Hochrisiko-Pflichten ab August 2026. Volle Wirkung 2026.
Was muss ich konkret auf meiner Website ändern?
Wenn du Chatbots oder KI-generierte Inhalte einsetzt: klare Hinweise, dass es sich um KI handelt. Datenschutzerklärung anpassen. Mehr ist meist nicht erforderlich für kleine bis mittlere Webauftritte.

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