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Website-Wartung 2026: Was dazugehört, was sie kostet — und was ohne sie passiert

4. August 2026 Dominik Baurhenn 11 Min. Lesezeit
Website-Wartung 2026: Was dazugehört, was sie kostet — und was ohne sie passiert

Die Website ist live, alle freuen sich, der Webdesigner verabschiedet sich — und dann? Dann beginnt der Teil, über den beim Launch niemand spricht: der Betrieb. Eine Website ist kein Möbelstück, das man aufstellt und vergisst. Sie ist ein Software-System auf einem Server im offenen Internet — mit Updates, Angriffsversuchen und Verschleiß.

Ich übernehme die Wartung für viele meiner Kundenprojekte und sehe regelmäßig, was mit Websites passiert, die jahrelang niemand angefasst hat. In diesem Guide kläre ich ehrlich: Was gehört zu professioneller Wartung, was kostet sie wirklich, was können Sie selbst übernehmen — und welches Risiko Sie eingehen, wenn niemand wartet.

Auf einen Blick: Website-Wartung in Zahlen

  • Kernleistungen: Updates (CMS, Plugins, PHP), Backups, Sicherheits-Monitoring, Funktionstests, kleine Inhaltspflege.
  • Realistische Kosten: Basis-Wartung 50–100 €/Monat, umfangreichere Pakete mit Inhaltspflege und Support 100–250 €/Monat. Einzelabrechnung nach Aufwand: 80–120 €/Stunde.
  • Das Risiko ohne Wartung: Veraltete Systeme sind das Einfallstor Nummer eins — die Bereinigung einer gehackten Website kostet 500 bis 2.000 €, plus Ausfallzeit und Reputationsschaden.
  • WordPress besonders betroffen: Als meistgenutztes CMS ist es das meistangegriffene — ungepatcht ist es ein Risiko, gepflegt ist es solide.
  • Keine Pflicht zur Bindung: Seriöse Wartung ist monatlich kündbar und an keinen bestimmten Dienstleister gebunden.

Warum Websites überhaupt Wartung brauchen

Drei Dinge passieren mit jeder Website, ob Sie hinschauen oder nicht:

Erstens: Software altert. Ihr CMS, jedes Plugin, die PHP-Version auf dem Server — alles bekommt laufend Updates, die Sicherheitslücken schließen und Kompatibilität sichern. Wer sie nicht einspielt, sammelt bekannte, öffentlich dokumentierte Schwachstellen. Und „bekannt" heißt: Angreifer kennen sie auch.

Zweitens: Angriffe sind Dauerzustand. Der Irrglaube „meine kleine Website interessiert doch keinen Hacker" übersieht, wie Angriffe heute laufen: vollautomatisch. Bots scannen rund um die Uhr Millionen Websites nach ungepatchten Lücken — nicht weil Ihre Website interessant ist, sondern weil Ihr Server Rechenleistung, Versandkapazität für Spam und Linkkraft hat. Es trifft nicht die Großen, es trifft die Ungepflegten. Die Grundlagen habe ich im Beitrag Website-Sicherheit für kleine Unternehmen beschrieben.

Drittens: Der Kontext verändert sich. Browser ändern sich, Google ändert Anforderungen, Rechtslagen ändern sich — Stichwort DSGVO-Anpassungen und Barrierefreiheit nach BFSG. Eine Website, die 2024 einwandfrei war, kann 2026 rechtliche und technische Lücken haben, ohne dass sich an ihr selbst etwas geändert hat.

Was professionelle Wartung konkret umfasst

1. Updates — das Pflichtprogramm

CMS-Core, Themes, Plugins und Server-Software (PHP-Version) aktuell halten. Klingt nach Knopfdruck, ist es aber nicht: Professionell heißt, Updates erst in einer Testumgebung oder mit frischem Backup einzuspielen und danach die Website durchzuprüfen — denn gelegentlich zerschießt ein Update das Layout oder ein Formular. Genau dieser Prüfschritt unterscheidet Wartung von Glücksspiel.

2. Backups — die Versicherung

Regelmäßige, automatische Sicherungen von Dateien und Datenbank — und zwar extern gelagert, nicht nur auf demselben Server. Ebenso wichtig wie das Backup selbst: der getestete Wiederherstellungsfall. Ein Backup, das noch nie zurückgespielt wurde, ist ein Versprechen, kein Schutz.

3. Sicherheits-Monitoring

Malware-Scans, Überwachung auf verdächtige Datei-Änderungen und Login-Versuche, Firewall-Regeln, SSL-Zertifikats-Überwachung. Dazu Uptime-Monitoring: Wenn die Website nachts um drei ausfällt, sollte das jemand merken, bevor es der erste Kunde tut.

4. Funktions- und Qualitätschecks

Formulare testen (kommen die Mails wirklich an?), defekte Links finden, Ladezeit im Blick behalten. Gerade Formulare gehen erstaunlich oft still kaputt — und jede Woche unbemerkter Ausfall ist eine Woche verlorener Anfragen.

5. Kleine Inhaltspflege

Je nach Paket: Texte tauschen, Bilder aktualisieren, Öffnungszeiten anpassen, neue Referenz einstellen. Die Abgrenzung gehört in den Vertrag: Was ist inklusive, was wird nach Aufwand gerechnet?

Was Wartung kosten darf — die ehrlichen Zahlen

Der Markt reicht von 19-€-Abos bis zu 500-€-Agenturpaketen. Meine Einordnung nach Jahren in diesem Geschäft:

  • Basis-Wartung (50–100 €/Monat): Updates mit Prüfung, Backups, Sicherheits-Monitoring, jährlicher Check. Für die meisten Firmen-Websites ohne Shop völlig ausreichend. Bei mir startet dieses Paket bei 50 €.
  • Erweiterte Wartung (100–250 €/Monat): Zusätzlich monatliches Inhaltskontingent, Prioritäts-Support, Performance-Optimierung. Sinnvoll bei Shops, Buchungssystemen und Websites mit häufigen Änderungen.
  • Abrechnung nach Aufwand: Die Alternative ohne Abo — funktioniert, wenn jemand zuverlässig ans Beauftragen denkt. Praxiserfahrung: Genau das passiert nicht, und gewartet wird erst nach dem ersten Vorfall.
  • Vorsicht bei Billig-Abos: 19 € decken keinen Prüfschritt — das ist meist ein automatisches Update-Skript ohne Kontrolle. Wenn es schiefgeht, merkt es niemand.

Zur Einordnung der Gegenseite: Die professionelle Bereinigung einer gehackten WordPress-Installation kostet 500 bis 2.000 €, dazu kommen Ausfallzeit, mögliche Google-Warnungen mit wochenlangem Sichtbarkeitsverlust und der Vertrauensschaden, wenn Kunden auf einer Spam-Weiterleitung landen. Zwei Jahre Basis-Wartung sind günstiger als ein einziger ernster Vorfall.

Was Sie selbst übernehmen können — und was nicht

Ich bin ehrlich, auch wenn ich Wartung verkaufe: Einiges können Sie selbst. Inhalte pflegen nach einer guten Einweisung. Formulare monatlich selbst testen. Den Überblick behalten, welche Zugänge existieren. Wer technisch fit ist, kann auch Updates selbst fahren — wenn er vorher Backups zieht und nachher prüft.

Wo ich abrate vom Selbermachen: alles, was im Fehlerfall Tiefe braucht. Ein Update, das die Seite zerlegt, ein Malware-Befall, ein Server-Problem — hier entscheidet sich, ob die Website nach zwei Stunden wieder läuft oder nach zwei Wochen. Die realistische Frage ist nicht „Kann ich das?", sondern „Will ich das zuverlässig jeden Monat tun — auch im Urlaub, auch im Stress?"

Checkliste: Daran erkennen Sie einen guten Wartungsvertrag

  1. Konkrete Leistungen statt „Rundum-sorglos"-Floskeln: Was genau wird wie oft gemacht?
  2. Backups extern gelagert, Wiederherstellung im Preis enthalten.
  3. Updates mit Prüfung, nicht nur automatisiert.
  4. Definierte Reaktionszeit im Notfall.
  5. Monatlich kündbar — Wartung braucht kein Jahresabo.
  6. Sie behalten alle Zugänge: Hosting, Domain, CMS. Wartung ist Dienstleistung, kein Pfand.
  7. Ein kurzer Bericht, was getan wurde — sonst kaufen Sie eine Blackbox.

Was im Wartungsvertrag stehen sollte — und was ein Warnsignal ist

Wartung ist Vertrauenssache, und der Markt reicht von exzellent bis Abzocke. Ein seriöses Wartungspaket benennt konkret: Update-Rhythmus (CMS, Plugins, PHP-Version — „regelmäßig" ist keine Angabe, „wöchentlich geprüft, sicherheitskritisch innerhalb von 24 Stunden" ist eine), Backup-Konzept (Häufigkeit, Aufbewahrungsdauer, Speicherort getrennt vom Webserver, und vor allem: getestete Wiederherstellung), Monitoring (Erreichbarkeit, Ladezeit, Sicherheitswarnungen), Reaktionszeiten im Störfall und was im Preis enthalten ist — etwa ein monatliches Kontingent für kleine Inhaltsänderungen. Warnsignale dagegen: Pauschalverträge ohne Leistungsbeschreibung, fehlende Aussagen zu Backups („macht der Hoster schon"), und Konstrukte, bei denen Sie ohne den Dienstleister nicht an Ihre eigene Website kommen. Bei mir gilt: Sie behalten alle Zugänge, jede Wartungsarbeit ist dokumentiert, und der Vertrag ist monatlich kündbar — Wartung soll Sie binden, weil sie gut ist, nicht weil der Vertrag es erzwingt.

Der Ernstfall in Zahlen: Was ein Website-Ausfall kostet

Die Wartungskosten relativieren sich am schnellsten, wenn man den Ernstfall durchrechnet. Szenario gehackte Website eines Dienstleisters: Bereinigung und Wiederherstellung durch einen Profi (8 bis 20 Stunden à 100 Euro), währenddessen drei bis zehn Tage Ausfall der Anfragen, dazu die Google-Warnung „Diese Website wurde möglicherweise gehackt", die noch Wochen nach der Bereinigung Besucher abschreckt, und im schlechtesten Fall eine DSGVO-Meldepflicht, falls Kundendaten betroffen waren. Realistische Gesamtkosten: 2.000 bis 6.000 Euro plus den nicht bezifferbaren Vertrauensschaden. Dem stehen 600 bis 1.200 Euro jährliche Wartung gegenüber, die genau dieses Szenario in den allermeisten Fällen verhindert — denn über 90 Prozent erfolgreicher Angriffe auf kleine Websites nutzen bekannte, längst gepatchte Sicherheitslücken. Wie Angreifer dabei vorgehen und welche Basisabsicherung jede Website braucht, steht im Beitrag Website-Sicherheit für kleine Unternehmen.

Was in meiner Wartung konkret passiert: Ein Monat im Detail

„Wartung" bleibt abstrakt, bis man hineinschaut — deshalb ein realer Monatsablauf aus meiner Betreuung: Wöchentlich prüfe ich anstehende Updates für CMS, Plugins und Themes und spiele sie ein — nicht blind, sondern mit anschließendem Funktionstest der kritischen Strecken: Lädt die Seite, funktioniert das Kontaktformular, stimmt das Layout auf Mobilgeräten? Sicherheitskritische Updates gehen außer der Reihe innerhalb von 24 Stunden rein. Täglich automatisch laufen Backups in eine vom Webserver getrennte Speicherung, mit gestaffelter Aufbewahrung — und einmal im Quartal teste ich stichprobenartig die Wiederherstellung, denn ein ungetestetes Backup ist nur eine Hoffnung. Durchgehend überwacht ein Monitoring die Erreichbarkeit und schlägt bei Ausfällen sofort Alarm — meistens weiß ich vor dem Kunden, dass etwas klemmt, und oft ist es behoben, bevor es jemand bemerkt hat. Monatlich gibt es den Blick auf Ladezeiten und Sicherheitswarnungen plus das vereinbarte Kontingent für kleine Änderungen: Öffnungszeiten, neue Teamfotos, ein zusätzlicher Textabschnitt. Das ist der Unterschied zwischen „die Website läuft schon irgendwie" und „die Website ist betreut" — und genau dafür stehen die 50 Euro im Monat.

Häufige Fragen zur Website-Wartung

Meine Website läuft seit Jahren ohne Wartung — warum jetzt anfangen?

„Läuft" heißt: ist erreichbar. Es heißt nicht: ist sicher, schnell und aktuell. Ungewartete Websites sammeln still Risiken an — veraltete PHP-Versionen, verwundbare Plugins, fehlende Backups — und der Schaden zeigt sich erst, wenn es zu spät ist. Der beste Zeitpunkt anzufangen war beim Launch; der zweitbeste ist jetzt.

Reichen die automatischen Updates von WordPress nicht?

Sie sind besser als nichts, aber kein Ersatz: Automatische Updates können Inkompatibilitäten auslösen, die niemand bemerkt (kaputtes Layout, ausgefallene Formulare), sie decken nicht alle Plugins ab, und sie machen weder Backups noch Funktionstests. Wartung heißt: aktualisieren, prüfen, und im Problemfall sofort eingreifen.

Was kostet Website-Wartung bei DOSIGNY?

Ab 50 Euro monatlich für normale Firmen-Websites; Shops und komplexe Anwendungen je nach Umfang mehr. Enthalten sind Updates, Backups, Sicherheits- und Erreichbarkeits-Monitoring sowie ein Kontingent für kleine Anpassungen — Details auf der Seite Webdesign & Wartung.

Kann ich Wartung auch buchen, wenn Sie meine Website nicht gebaut haben?

Ja — nach einem technischen Erst-Check, bei dem ich den Zustand aufnehme und eventuell aufgelaufene Altlasten (ausstehende Updates, fehlende Backups, Sicherheitslücken) einmalig bereinige. Danach läuft die reguläre Wartung wie bei jedem anderen Projekt.

Wie kündige ich einen schlechten Wartungsvertrag — und wechsle sicher?

Erst die Zugänge sichern, dann kündigen — nie umgekehrt. Lassen Sie sich vor der Kündigung alle Zugangsdaten (Hosting, CMS-Admin, Domain, Datenbank) aushändigen und ein vollständiges aktuelles Backup übergeben; beides steht Ihnen als Eigentümer zu. Beim Wechsel zu mir übernehme ich genau diese Übergabe als ersten Schritt: Bestandsaufnahme, Sicherung, dann der saubere Schnitt — so entsteht beim Anbieterwechsel keine ungeschützte Lücke.

Ihre nächsten Schritte

  1. Bestandsaufnahme: Wann wurde Ihre Website zuletzt aktualisiert? Existiert ein aktuelles, externes Backup? Wer würde einen Ausfall bemerken? Wenn Sie zweimal zögern, haben Sie Ihre Antwort.
  2. Schnelltest: Der kostenlose Website-Check zeigt den technischen Zustand, der BFSG-Check den Stand bei der Barrierefreiheit.
  3. Entscheiden Sie das Modell: selbst warten mit fester Routine, nach Aufwand beauftragen — oder ein Wartungspaket mit klaren Leistungen.
  4. Wenn Sie es abgeben wollen: Meine Wartungspakete starten bei 50 €/Monat — monatlich kündbar, mit Update-Prüfung, externen Backups und kurzem Monatsbericht. Auch für Websites, die ich nicht selbst gebaut habe; den Zustand kläre ich vorab im kostenlosen Erstgespräch.

Eine Website ist eine Investition — meist eine vierstellige. Wartung ist der Unterschied zwischen einer Investition, die jahrelang arbeitet, und einer, die beim ersten ernsten Vorfall zur Baustelle wird.

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