DOSIGNY Lexikon · KI & AI

Retrieval-Augmented Generation (RAG)

RAG kombiniert KI-Sprachmodelle mit Echtzeit-Zugriff auf externe Wissensquellen — das Modell halluziniert weniger und kann aktuelle, spezifische Informationen liefern.

Retrieval-Augmented Generation (RAG) ist eine Technik, bei der KI-Sprachmodelle vor der Antwortgenerierung gezielt in externen Datenquellen recherchieren — eigene Dokumente, Datenbanken, das Web. Statt sich nur auf das Trainingswissen zu verlassen, holt das Modell relevante Information „live" und erzeugt darauf basierend die Antwort. Das reduziert Halluzinationen drastisch und erlaubt es, mit aktuellen oder unternehmensinternen Daten zu arbeiten.

Wie RAG technisch funktioniert

Drei Schritte: 1. Retrieval: Bei einer Nutzeranfrage durchsucht das System eine Wissensbasis (z.B. interne Dokumente, ein Wiki, ein FAQ-Bereich) nach den relevantesten Inhalten. 2. Augmentation: Die gefundenen Inhalte werden zusammen mit der Frage in den KI-Kontext gegeben. 3. Generation: Das KI-Modell erzeugt eine Antwort basierend auf der Frage UND dem retrieved Material. Das Modell „denkt" also nicht alleine — es bekommt zuerst Material zum Lesen.

Wofür RAG 2026 eingesetzt wird

Unternehmens-Chatbots: Kundensupport-Bots, die in der eigenen Wissensdatenbank suchen. Anwalts- und Steuerberater-Tools: KI mit Zugriff auf Gesetzestexte und Urteile. Internal Knowledge: Mitarbeiter fragen die KI über interne Dokumente, Verträge, Prozesse. Web-Suche-KI: ChatGPT Search, Perplexity und Google AI Overviews sind im Kern alle RAG-Systeme — sie suchen erst im Web, dann antworten sie.

RAG vs. Fine-Tuning

Beide Methoden lassen KI mit eigenem Wissen arbeiten — aber unterschiedlich. Fine-Tuning trainiert ein Modell auf eigenen Daten — aufwendig, teuer, einmaliger Snapshot. RAG hält das Modell unverändert und holt Wissen zur Laufzeit — flexibler, günstiger, immer aktuell. Für die meisten Unternehmens-Use-Cases ist RAG 2026 die bessere Wahl. Mehr im Beitrag über AI Search 2026.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich für RAG einen Entwickler?
Für eigene RAG-Systeme ja — Setup, Dokumenten-Embedding, Retrieval-Logik. Es gibt aber auch fertige Lösungen (z.B. Microsoft Copilot, Glean, Notion AI), die RAG out-of-the-box bieten.
Halluziniert RAG-KI gar nicht mehr?
Weniger, aber nicht null. Wenn die KI zuerst echtes Material liest und sich darauf bezieht, ist die Halluzinationsrate deutlich niedriger. Aber: Wenn die Quelle falsch ist, übernimmt das die KI auch.
Was kostet ein RAG-System?
Stark variabel. Eine kleine RAG-Lösung mit fertigen Diensten startet bei wenigen Hundert Euro im Monat. Custom-Entwicklung für Unternehmen liegt im fünfstelligen Bereich plus laufende Kosten.

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