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Raus aus dem Baukasten: So ziehen Sie von Wix & Jimdo auf eine eigene Website um

23. Juli 2026 Dominik Baurhenn 11 Min. Lesezeit
Raus aus dem Baukasten: So ziehen Sie von Wix & Jimdo auf eine eigene Website um

Der Baukasten war damals die richtige Entscheidung. Schnell online, kleines Budget, kein Technik-Stress — für den Start völlig legitim. Aber jetzt sitzen Sie da: Die Monatsgebühren summieren sich, die Ladezeit ist zäh, bei Google geht wenig, das Design lässt sich nicht so anpassen, wie Sie es bräuchten — und langsam dämmert die Erkenntnis, dass die Website Ihnen gar nicht gehört.

Sie sind nicht allein: Der Umzug aus dem Baukasten gehört zu den häufigsten Projekten, die bei mir anfragen. Und er hat Tücken — wer einfach kündigt und neu baut, verliert Domain-Historie, Rankings und manchmal sogar die eigene Domain. Diese Anleitung zeigt den sauberen Weg: was mitkommt, was nicht, und wie der Wechsel ohne Sichtbarkeitsverlust gelingt.

Auf einen Blick: Der Umzug in Kurzform

  • Was problemlos mitkommt: Ihre Domain (wenn sie auf Sie registriert ist), Texte, Bilder und Ihre Google-Unternehmensprofil-Verknüpfung.
  • Was nicht mitkommt: Das Design (Baukasten-Templates sind nicht exportierbar), interne Systeme wie Formulareingänge und Statistiken.
  • Der kritische Punkt: Weiterleitungen von alten auf neue URLs — sie entscheiden, ob Ihre Google-Rankings überleben.
  • Kostenrechnung: Baukasten 25–45 €/Monat für immer vs. eigene Website ab 1.500 € einmalig plus ~15 €/Monat Hosting. Break-even meist nach 2 bis 4 Jahren — die bessere Sichtbarkeit nicht eingerechnet.
  • Dauer: Der komplette Umzug dauert realistisch 3 bis 6 Wochen, die Umschaltung selbst einen Tag.

Wann der Wechsel wirklich ansteht — und wann nicht

Ehrlichkeit zuerst: Wenn Ihre Baukasten-Seite ein privates Projekt ist oder ein Hobby ohne Kundenziel, bleiben Sie. Der Wechsel lohnt sich, wenn mindestens zwei dieser Punkte zutreffen:

  • Die Website soll Kunden bringen, tut es aber nicht — trotz ordentlicher Inhalte.
  • Sie stoßen gestalterisch oder funktional an Grenzen (Buchungssystem, Mehrsprachigkeit, individuelle Abläufe).
  • Die Ladezeit ist spürbar träge — ein systemisches Baukasten-Problem, das Sie nicht lösen können.
  • Die Monatskosten übersteigen mit Add-ons die 30-€-Marke.
  • Sie wollen unabhängig sein: vom Anbieter, seinen Preiserhöhungen und seinen Funktionsentscheidungen.

Den grundsätzlichen Vergleich — wann Baukasten und KI-Generatoren genügen und wann nicht — habe ich im Beitrag KI-Baukasten vs. Webdesigner ausführlich gezogen.

Schritt 1: Bestandsaufnahme — was Ihnen gehört und was nicht

Bevor irgendetwas gekündigt wird, klären Sie drei Eigentumsfragen:

  1. Die Domain: Die wichtigste Frage überhaupt. Ist Ihre Domain direkt beim Baukasten-Anbieter registriert? Dann prüfen Sie im Dashboard, ob Sie als Inhaber eingetragen sind und ob ein Transfer (Auth-Code) möglich ist. Tipp aus leidvoller Praxis: Die Domain wird vor der Kündigung umgezogen, niemals danach — gekündigte Accounts machen Transfers unnötig kompliziert.
  2. Die Inhalte: Texte und Bilder gehören Ihnen, einen Knopf „Alles exportieren" gibt es bei den meisten Baukästen trotzdem nicht. Sichern Sie systematisch: alle Texte herauskopieren, alle Originalbilder sammeln (möglichst die Original-Uploads, nicht die komprimierten Web-Versionen).
  3. Die E-Mail-Postfächer: Laufen Ihre Mail-Adressen über den Baukasten-Tarif? Dann gehört der Mail-Umzug in den Plan — inklusive Sicherung alter Mails. Warum eine professionelle Mail-Adresse ohnehin Pflicht ist, steht im Beitrag zur professionellen E-Mail-Adresse.

Schritt 2: URL-Inventur — die Versicherung für Ihre Rankings

Jetzt kommt der Schritt, der bei Selbst-Umzügen am häufigsten übersprungen wird — und der teuerste Fehler ist: Erfassen Sie jede einzelne URL Ihrer alten Website. Jede Unterseite, jeden Blogartikel. Die Google Search Console zeigt Ihnen zusätzlich, welche dieser Seiten tatsächlich Rankings und Besucher haben.

Warum das entscheidend ist: Google kennt Ihre alten Adressen. Existieren sie nach dem Umzug nicht mehr und zeigen ins Leere, verlieren Sie die aufgebaute Sichtbarkeit — komplett und oft dauerhaft. Die Lösung sind 301-Weiterleitungen: Jede alte URL leitet dauerhaft auf ihr neues Gegenstück. So vererbt sich die Ranking-Kraft. Das volle Vorgehen deckt sich mit einem klassischen Relaunch — die Details stehen in meiner Relaunch-Checkliste.

Schritt 3: Die neue Website bauen — parallel, nicht nacheinander

Der Baukasten bleibt online, bis die neue Website fertig ist. Es gibt keine Lücke, keine „Baustellen-Seite", keinen Sichtbarkeitsverlust durch Offline-Zeit. Die neue Website entsteht parallel unter einer temporären Adresse.

Und hier liegt die eigentliche Chance des Umzugs: Sie übernehmen nicht den alten Auftritt eins zu eins, sondern bauen die Website, die der Baukasten nie konnte — mit klarer Nutzerführung, schneller Technik, sauberer SEO-Struktur und KI-Lesbarkeit (GEO) ab Tag eins. Ob das mit WordPress oder individueller Entwicklung passiert, hängt vom Projekt ab; was wann passt, kläre ich im Erstgespräch ehrlich. Den Ablauf eines solchen Projekts beschreibe ich auf der Seite Webseite erstellen lassen.

Schritt 4: Der Umschalttag — die richtige Reihenfolge

Wenn die neue Website steht und getestet ist, läuft die Umschaltung in dieser Reihenfolge:

  1. Domain-Transfer einleiten bzw. DNS auf das neue Hosting umstellen (je nach Konstellation).
  2. 301-Weiterleitungen für alle alten URLs aktivieren — vorbereitet aus der Inventur in Schritt 2.
  3. Neue Sitemap in der Google Search Console einreichen, alte Property behalten und beobachten.
  4. Google Unternehmensprofil prüfen: Website-Link aktuell? NAP-Daten konsistent?
  5. Funktionstest: Formulare, Mail-Versand, alle wichtigen Seiten — am Desktop und mobil.
  6. Erst jetzt, nach ein bis zwei Wochen stabilen Betriebs: den Baukasten-Vertrag kündigen.

In den Wochen danach lohnt der Blick in die Search Console: Crawling-Fehler und 404-Treffer zeigen, ob eine Weiterleitung vergessen wurde — das lässt sich dann gezielt nachziehen.

Die ehrliche Kostenrechnung: Baukasten vs. eigene Website

Rechnen wir mit realen Zahlen. Ein Business-Tarif bei den großen Baukästen kostet mit den üblichen Zusatzfunktionen 25 bis 45 € im Monat — sagen wir 30 €. Das sind 360 € im Jahr, 1.800 € in fünf Jahren. Am Ende dieser fünf Jahre gehört Ihnen: nichts. Kein Code, kein System, beim Anbieterwechsel fangen Sie bei null an.

Eine eigene Website kostet einmalig ab 1.500 € (typische Firmen-Websites 2.500 bis 4.500 €) plus rund 10 bis 20 € monatlich für Hosting und Domain. Nach zwei bis vier Jahren ist der Break-even erreicht — und ab dann sparen Sie. Nicht eingerechnet: die bessere Ladezeit, die echten SEO-Möglichkeiten und die Anfragen, die eine professionelle Website mehr bringt. Die vollständige Rechnung mit Beispielprojekten steht in meiner Kosten-Übersicht, eine schnelle Schätzung für Ihr Projekt liefert der Kostenrechner.

Die 5 häufigsten Umzugsfehler

  • Erst kündigen, dann umziehen: Der Klassiker — und der Weg, Domain und Inhalte zu verlieren. Immer parallel arbeiten.
  • Keine Weiterleitungen setzen: Der Ranking-Killer. Jede alte URL braucht ihr 301-Ziel.
  • Die komprimierten Web-Bilder übernehmen: Wer nur die Mini-Versionen aus dem Baukasten zieht, baut die neue Website mit matschigem Material. Originale suchen.
  • E-Mails vergessen: Postfächer beim Baukasten gekündigt, bevor der Mail-Umzug stand — und plötzlich erreichen Sie keine Kundenmails mehr.
  • Das alte Design nachbauen: Der Umzug ist die Gelegenheit, besser zu werden — nicht, die alten Schwächen in neuer Technik zu konservieren.

Die Umzugs-Checkliste: Nichts vergessen, nichts verlieren

Damit beim Wechsel nichts untergeht, hier die vollständige Liste dessen, was vor der Kündigung des Baukasten-Abos gesichert sein muss: Alle Texte (am einfachsten Seite für Seite herauskopieren — Baukästen bieten selten einen Volltext-Export), alle Bilder in Originalauflösung (nicht die komprimierten Web-Versionen herunterladen, sondern die Originale aus der Medienverwaltung), die komplette URL-Liste aller Unterseiten (Basis für die Weiterleitungen), Formular-Daten und Kontakte, falls der Baukasten Anfragen gespeichert hat, verbundene Dienste (Newsletter-Listen, Buchungskalender, Shop-Bestellhistorie) und — der kritischste Punkt — die Domain-Verwaltung. Klären Sie vor allem anderen, ob Ihre Domain direkt bei Ihnen liegt oder über den Baukasten-Anbieter registriert wurde. Im zweiten Fall beantragen Sie frühzeitig den Auth-Code für den Transfer; das dauert je nach Anbieter einige Tage und ist der einzige Schritt, der den Zeitplan sprengen kann. Erst wenn alles gesichert, die neue Seite live und die Weiterleitungen aktiv sind, wird das Abo gekündigt — nie vorher.

Was nach dem Umzug möglich wird: Drei Beispiele

Der eigentliche Gewinn des Umzugs zeigt sich erst danach — wenn die Grenzen des Baukastens wegfallen. Drei Beispiele aus realen Projekten: Ladezeit als Ranking-Hebel. Ein Handwerksbetrieb kam mit einer Baukasten-Seite, die mobil über sechs Sekunden lud — nach dem Umzug auf eine schlanke, eigene Website unter 1,5 Sekunden. Ergebnis nach drei Monaten: erste Seite bei den lokalen Suchbegriffen, messbar mehr Anrufe. Im Baukasten war diese Optimierung schlicht nicht möglich, weil man an dessen Code nicht herankommt. Funktionen nach Maß. Eine Praxis brauchte ein Anfrage-Formular mit Vorqualifizierung (Versicherungsart, Anliegen, Wunschzeitraum) und automatischer Weiterleitung ans Team — im Baukasten ein Ding der Unmöglichkeit, mit eigenem Code eine Wochenaufgabe. KI-Sichtbarkeit. Strukturierte Daten, llms.txt, saubere Inhaltsarchitektur — die Werkzeuge, mit denen Websites in ChatGPT- und Perplexity-Antworten auftauchen, setzen Zugriff auf den Quellcode voraus. Baukasten-Seiten sind in der KI-Suche strukturell benachteiligt; was dort geht, zeigt der Beitrag GEO: Generative Engine Optimization. Der Umzug ist also nicht das Ziel, sondern der Türöffner.

Häufige Fragen zum Baukasten-Umzug

Verliere ich meine Google-Rankings beim Umzug?

Nicht, wenn der Umzug sauber gemacht wird: Jede alte URL bekommt eine 301-Weiterleitung auf ihre neue Entsprechung, die Inhalte bleiben erhalten oder werden verbessert, und die neue Seite ist technisch schneller. In der Praxis sehe ich nach Baukasten-Umzügen innerhalb weniger Wochen meist bessere Rankings — schlicht weil die technische Basis (Ladezeit, sauberes HTML, strukturierte Daten) auf einmal stimmt.

Kann ich meine Domain mitnehmen?

Ja, Domains sind übertragbar — entweder per Transfer zu einem eigenen Registrar oder per Umstellung der DNS-Einträge, falls die Domain ohnehin extern liegt. Wichtig ist nur die Reihenfolge: erst die neue Website fertigstellen, dann die Domain umziehen, dann kündigen.

Wie lange ist die Website beim Umzug offline?

Bei richtiger Planung: gar nicht. Die neue Seite entsteht parallel unter einer Arbeits-Adresse; der eigentliche Wechsel ist eine DNS-Umstellung, die für Besucher unterbrechungsfrei abläuft.

Was kostet der Umzug auf eine eigene Website?

Eine professionelle Website inklusive Umzug, Weiterleitungskonzept und Datenübernahme beginnt bei mir ab etwa 1.500 bis 2.000 Euro — Details auf der Seite Webseite erstellen lassen. Dem gegenüber stehen die wegfallenden Abo-Kosten (200 bis 600 Euro jährlich) und vor allem das Ende der technischen Deckelung bei Ladezeit, SEO und Funktionen.

Lohnt sich der Wechsel auch bei einer kleinen Website?

Gerade dann: Kleine Websites sind schnell umgezogen, und der Unterschied bei Ladezeit und Sichtbarkeit ist bei kleinen lokalen Anbietern oft am deutlichsten spürbar. Ob sich der Schritt für Ihre konkrete Situation rechnet, klären wir im kostenlosen Erstgespräch — inklusive ehrlicher Antwort, falls der Baukasten für Ihren Fall noch genügt.

Ihre nächsten Schritte

  1. Eigentum klären: Domain-Inhaberschaft und Transfer-Möglichkeit im Baukasten-Dashboard prüfen.
  2. Inhalte sichern: Texte, Original-Bilder, URL-Liste — noch bevor irgendetwas entschieden wird.
  3. Rechnung aufmachen: Ihre echten Monatskosten × 5 Jahre gegen ein konkretes Angebot stellen.
  4. Den Umzug planen — gern mit mir: Im kostenlosen Erstgespräch kläre ich Ihre Konstellation (Domain, Mail, Rankings) und Sie bekommen ein Festpreis-Angebot für den kompletten Umzug inklusive Weiterleitungen und SEO-Erhalt. Den technischen Zustand Ihrer jetzigen Seite zeigt vorab der kostenlose Website-Check.

Der Baukasten war der richtige erste Schritt. Die eigene Website ist der richtige zweite — und mit sauberem Umzug verlieren Sie dabei nichts von dem, was Sie aufgebaut haben.

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