Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland. Und 2026 wird es ernst: Die ersten Abmahnungen sind dokumentiert, Bußgelder bis zu 100.000 € drohen. Trotzdem wissen viele Unternehmer noch nicht einmal, ob sie betroffen sind. Dieser Artikel klärt die wichtigsten Fragen — ohne Juristendeutsch, mit praktischer Checkliste.
Was ist das BFSG?
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz setzt den European Accessibility Act (EAA) in deutsches Recht um. Kurz gesagt: Digitale Produkte und Dienstleistungen müssen für Menschen mit Behinderungen zugänglich sein. Das betrifft Websites, Online-Shops, Apps und weitere digitale Angebote.
Die technische Grundlage sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.1) auf Level AA — ein internationaler Standard für barrierefreie Webinhalte.
Bin ich betroffen?
Die wichtigste Frage zuerst: Kleinstunternehmen sind ausgenommen — wenn du weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigst UND unter 2 Millionen Euro Jahresumsatz liegst. Aber Achtung: Diese Ausnahme gilt nur für Dienstleistungen, nicht für physische Produkte.
Betroffen sind grundsätzlich alle Unternehmen, die elektronische Dienstleistungen für Verbraucher (B2C) anbieten — also Online-Shops, Buchungssysteme, Kontaktformulare für Kundengespräche und ähnliches. Reine B2B-Angebote und private Websites fallen nicht darunter.
Was muss meine Website erfüllen?
Die WCAG 2.1 Level AA Kriterien lassen sich in vier Prinzipien zusammenfassen:
Wahrnehmbar: Alle Inhalte müssen für alle Nutzer wahrnehmbar sein. Das bedeutet: Alt-Texte für Bilder, ausreichende Farbkontraste (mindestens 4,5:1 für Text), Untertitel für Videos, lesbare Schriftgrößen.
Bedienbar: Die Website muss vollständig per Tastatur bedienbar sein. Kein Element darf nur per Maus erreichbar sein. Focus-Indikatoren müssen sichtbar sein.
Verständlich: Texte müssen klar formuliert sein, Formulare brauchen verständliche Fehlermeldungen, die Navigation muss konsistent sein.
Robust: Die Website muss mit verschiedenen Hilfstechnologien funktionieren — Screenreader, Sprachsteuerung, Bildschirmlupen. Semantisches HTML ist hier der Schlüssel.
Praktische Checkliste für deine Website
Hier die wichtigsten Punkte die du sofort prüfen kannst:
Haben alle Bilder aussagekräftige Alt-Texte? Sind Farbkontraste ausreichend (teste mit unserem Kontrast-Checker)? Ist die gesamte Website per Tab-Taste navigierbar? Haben Formularfelder Labels? Gibt es eine Überschriften-Hierarchie (H1 → H2 → H3)? Funktionieren alle interaktiven Elemente ohne JavaScript? Gibt es eine Erklärung zur Barrierefreiheit im Footer?
Tipp: Google Lighthouse in den Chrome DevTools liefert dir einen schnellen Accessibility-Score. Für eine gründlichere Prüfung nutze WAVE oder den axe DevTools Browser-Extension.
Was passiert bei Verstößen?
Die Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer können Bußgelder bis zu 100.000 € verhängen. Zusätzlich können Mitbewerber und anerkannte Verbände wettbewerbsrechtliche Abmahnungen aussprechen. Die ersten Abmahnwellen sind seit Sommer 2025 dokumentiert — das ist also kein theoretisches Risiko.
Mein Rat als Webdesigner
Barrierefreiheit ist nicht nur Pflicht — sie ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Barrierefreie Websites haben in der Regel bessere SEO-Werte (Google liebt semantisches HTML und gute Kontraste), höhere Conversion-Rates und erreichen eine größere Zielgruppe. Rund 15% der Weltbevölkerung leben mit einer Form von Behinderung — das sind potenzielle Kunden die du sonst verlierst.
Wenn du unsicher bist ob deine Website die Anforderungen erfüllt: Ich biete einen Barrierefreiheits-Check als Teil meiner Webdesign-Leistungen an. Und bei neuen Projekten ist Barrierefreiheit von Anfang an Standard — so wird es am Ende günstiger als nachträglich umzubauen.
Der nächste Schritt für dein Unternehmen
Ob du gerade erst eine Website planst oder deine bestehende Seite verbessern willst — der wichtigste Schritt ist der erste. In meinen Kundengesprächen höre ich oft: „Ich wollte das schon seit Monaten machen, aber..." Die Wahrheit ist: Jeder Tag ohne professionelle Online-Präsenz ist ein Tag an dem potenzielle Kunden zur Konkurrenz gehen. Eine professionelle Website muss nicht teuer sein — meine Projekte starten ab 1.500 € und beinhalten Design, Entwicklung und SEO-Grundoptimierung. Nutze meinen Kostenrechner für eine erste Einschätzung.
Schreib mir für ein kostenloses 15-Minuten-Erstgespräch. Ich schaue mir deine aktuelle Situation an und sage dir ehrlich, was sinnvoll ist und was nicht. Kein Verkaufsdruck, kein Blabla — nur eine ehrliche Einschätzung von jemandem der seit über 9 Jahren Websites baut.